Im Rahmen der Diplomfeier Design 2026 wurden je eine Arbeit aus dem BA und MA Major Design mit dem Förderpreis Design ausgezeichnet. Das Preisgeld ist mit CHF 5'000 dotiert. Die Förderpreise zeichnen herausragende Diplomarbeiten aus, die die jeweilige Disziplin um Perspektiven bereichern und auf innovative Weise zu neuen Diskursführungen anregen. In 2026 stehen 20 Diplomarbeiten aus den sieben Fachrichtungen für den Förderpreis Design im Wettbewerb. Eine Jury – bestehend aus international renommierten Designschaffenden – entscheidet über die preistragenden Personen.
Alle nominierten Arbeiten werden ab Ende September 2026 auf der Plattform Showcase Design umfassend vorgestellt.

Dennis Vugts, Absolvent Fachrichtung Visual Communication, wurde im Rahmen der Diplomfeier für seine Bachelorarbeit «Surface Engagement» mit dem Förderpreis Design ausgezeichnet. Das Departement gratuliert ihm herzlich zur herausragenden Leistung, die die internationale Expert:innenjury vollumfassend überzeugte.
Zum Projekt
Von der reisserischen Schlagzeile bis zum 30-sekündigen Werbeblock ist Aufmerksamkeit zu einer Ressource geworden, die gezielt gewonnen und vermarktet wird. Als vermeintlich selbstbestimmt wahrgenommen, wird sie jedoch zunehmend durch subtile und gezielte Mechanismen beeinflusst.
Dieses Projekt untersucht die Strukturen, die unsere Wahrnehmung vereinnahmen, sowie die daraus hervorgehende visuelle Kultur. Im Zentrum steht die Frage, wie sich ästhetische und gesellschaftlichen Normen entwickeln, wenn diese Steuerungsmechanismen zukünftig unreguliert bleiben.

Dennis gelingt etwas äusserst Seltenes. Er findet eine Form, die Machteffekte der existierenden Bildkulturen und Wahrnehmungsordnungen im Medium des Bildes selbst einsichtig zu machen. Darin besteht die politische und gesellschaftliche Relevanz des Ästhetischen. – Auzug aus der Laudatio von Prof. Dr. phil. Sophia Prinz

Im MA Major überzeugte die Jury die Arbeit «Current's Wanderers» von Massimo Bordogna der Fachrichtung Interaction Design. Die Jury begeisterte vor allem die Tiefe und Reichweite der geleisteten Forschung sowie die durchdachte Umsetzung.
Zum Projekt
Planktonische Mikroorganismen sind für das weltweite ökologische Gleichgewicht unverzichtbar, doch ihre Bedeutung ist weitgehend unbekannt. Dies liegt auch an ihrer Umwelt, die sich radikal von der des Menschen unterscheidet, was die gegenseitige Wahrnehmung erschwert.
Mithilfe von Wasser als physischem und konzeptionellem Verbindungselement erweitert diese Installation die körperliche Fähigkeit der Nutzer:innen, mit einem Gewässer in Interaktion zu treten, und ermöglicht Zugang zu einer ansonsten unerreichbaren Lebenswelt.
In einem übertragenen mikroskopischen Ausschnitt des Greifensees können die Besucher:innen Planktonorganismen in Echtzeit beobachten, ihnen lauschen, sie berühren und mit ihnen durch die Strömungen interagieren, die sie tragen.

Mit seiner Arbeit «Current’s Wanderers» schreibt sich Massimo in den aktuellen Diskurs des More-Than-Human-Design ein, geht aber über rein spekulative Ansätze hinaus. Ihn interessiert, wie sich wissenschaftliche Daten, aber auch wissenschaftliche Leidenschaft mithilfe von Design in konkrete leibliche Erfahrungen übersetzen lässt. Erfahrungen, die eine veränderte Wahrnehmung der ökologischen Verflechtungen der Welt anstossen können. – Auzug aus der Laudatio von Prof. Dr. phil. Sophia Prinz


Honorable Mentions
Mit «Honorable Mentions» hat die Jury zudem gleich zwei weitere Bachelorarbeiten bedacht. Luna Schäfer mit ihrer Bachelorarbeit «Soft Suit» (Fachrichtung Trends & Identity) und Alexa Weiss mit ihrer Bachelorarbeit «Echo 1971» (Fachrichtung Cast / Audiovisual Media).
Prof. Dr. phil. Sophia Prinz (Professorin für Designtheorie und -geschichte) stellte bei der Arbeit «Soft Suit» besonders lobend heraus: «[…] Eine besondere Stärke von Lunas Arbeit liegt in dem Vermögen zur Vermittlung: Zwar geht es ihr in erster Linie um die Lebenswelten der Queer- und Transcommunity, aber zugleich werden alle anderen Besucher:innen dazu eingeladen, sich mit den erzählten Geschichten und Erfahrungen zu identifizieren. […] Erwähnenswert ist schliesslich, dass sie eine methodologische Lücke in der kultursoziologischen Körper- und Kleidungsforschung aufdeckt, die es weiter auszugestalten lohnt. [...]»
Bei der Diplomarbeit von Alexa Weiss wurde nicht nur die Tagesaktualität, sondern auch der Umfang und die Tiefe der Recherche in der Recherche besonders herausgestrichen. «Alexas Blick zurürck auf die feministischen Kämpfe rund um die Einführung des Frauenwahlrechts 1971 machen eines deutlich: die Gleichstellung ist etwas, das nicht einfach irgendwann erreicht ist, sondern immerwährend Arbeit braucht – oder wie es eine von Alexas Protagonistinnen ausdrückt: «Rechte» sind nicht selbstverständlich, sie müssen erkämpft und verteidigt werden. Gerade angesichts eines weltweiten anti-Feministischen Backlash und immer extremer und absurder werdenden Formen der sogenannten Manosphere werden längst überwunden geglaubte Diskussionen und Konflikte wieder aktuell. Besonders beeindruckend ist der Umfang und die Tiefe der Recherche. […]».
Das Departement Design gratuliert herzlich zu den «Honorable Mentions» und ist sich sicher, dass auch diese Arbeiten – weit ausserhalb der ZHdK – Menschen bewegen, zu produktivem Austausch führen und gesellschaftlich wirken werden.
