Design your city
Veränderungen lassen sich nicht delegieren. Sie betreffen immer alle – auch jene, die sie formell beschliessen oder begleiten. Als Fachhochschulrat erleben wir die ZHdK aus einer besonderen Perspektive: mit Abstand, aber nicht ohne Nähe; mit Verantwortung, aber ohne operative Rolle. Gerade deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, strukturelle Weichenstellungen einzuordnen und ihren Sinn sichtbar zu machen.
Mit der Einführung der Prorektorate «Bildung» sowie «Forschung und Innovation» vollzieht die ZHdK einen bedeutenden Schritt in ihrer institutionellen Entwicklung. Er ist Ausdruck eines gewachsenen Verständnisses von Führung, Verantwortung und Steuerung an einer Kunsthochschule, deren Stärke in Vielfalt, Autonomie und individueller künstlerischer Praxis liegt – und die zugleich auf tragfähige gemeinsame Strukturen angewiesen ist.
Strukturen sind nie Selbstzweck. Sie sind Mittel, um Verantwortung zu bündeln, Entscheidungswege nachvollziehbar zu machen und strategische Ziele wirksam zu verfolgen. Die neue Prorektoratsstruktur ordnet Zuständigkeiten dort, wo in den vergangenen Jahren Komplexität, Überlagerungen und hohe Koordinationslast entstanden sind. Sie schafft Klarheit, ohne künstlerische Freiheit einzuschränken – im Gegenteil: Gute Strukturen sind die Voraussetzung dafür, dass Freiheit gelebt werden kann.
Dass dieser Schritt intensiv diskutiert wurde, überrascht nicht. Hochschulen – und insbesondere Kunsthochschulen – leben von Auseinandersetzung, von kritischer Distanz und vom Ringen um die richtige Balance zwischen Steuerung und Mitwirkung. Die Vernehmlassung hat gezeigt, wie ernsthaft und engagiert diese Fragen an der ZHdK verhandelt werden. Das werten wir nicht als Zeichen von Widerstand, sondern als Ausdruck institutioneller Reife.
Aus Sicht des Fachhochschulrats ist entscheidend, dass mit den neuen Prorektoraten nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Wirksamkeit angestrebt wird: eine Führung, die strategische Orientierung gibt, operative Verantwortung klärt und die Hochschule befähigt, ihre Ressourcen gezielt für Bildung, Forschung und gesellschaftliche Wirkung einzusetzen.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Struktur im Alltag bewährt. Strukturelle Veränderungen entfalten ihre Wirkung nicht über Nacht. Sie brauchen Zeit, Vertrauen und die Bereitschaft, aus Erfahrung zu lernen. Als Fachhochschulrat begleiten wir diesen Prozess mit Aufmerksamkeit und Zuversicht – im Bewusstsein, dass verantwortungsvoll gestaltete Strukturen kein Ende markieren, sondern einen Anfang.
A new video portrait of the DIZH project “Design your city” provides insights into the virtual reality experience developed as part of the project, which enables new forms of participation in urban development. The population is actively involved, and changes to the public space become plausible to everyone.
Further information on this joint ZHAW and ZHdK project can be found on the ZHdK DIZH page and on the DIZH website.