Gestalte deine Stadt

DIZH-Projekt im Videoporträt

Inmitten intensiver interner Diskussionen über Steuerung, Verantwortung und Mitwirkung hat die Hochschulentwicklung tragfähige Grundlagen für strukturelle Erneuerung geschaffen. Strategie soll nicht Papier bleiben, sondern im Hochschulalltag erfahrbar werden.

Weniger Dossiers, mehr Klarheit

Mit dem Entscheid, von der bisherigen Dossier-Logik abzurücken, hat die Hochschule einen Kultur- und Strukturwechsel eingeläutet. Gemeinsam mit der Hochschulleitung und Beteiligten aus den zentralen Gremien wurden Konzepte für eine klare, nachvollziehbare Aufbauorganisation sowie die Einführung zweier Prorektorate entwickelt: «Bildung» sowie «Forschung und Innovation». Ziel ist es, Verantwortlichkeiten sichtbarer zu machen, Reibungsverluste zu reduzieren und die Wirkung strategischer Steuerung zu erhöhen. Diese Neuordnung ist ein wichtiger Schritt – auch wenn sie Zeit, Geduld und Durchhaltevermögen braucht, bis sie im Hochschulalltag spürbar wird.

Eine Vernehmlassung mit Tiefgang

Die Vernehmlassung zur neuen Aufbauorganisation hat gezeigt, wie unterschiedlich Steuerung und Mitwirkung an einer Kunsthochschule verstanden werden: Einigen erschien der vorgeschlagene Weg zu stark regulierend, anderen zu wenig präzise beim Thema Leitung und Ressourcen, wieder andere machten auf die bereits hohe Belastung der Mitarbeitenden aufmerksam.

Die teils kontroversen Rückmeldungen waren intensiv, ehrlich und wertvoll. Denn gerade dadurch wurde sichtbar, worum es im Kern geht: Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und das gemeinsame Verständnis, dass strategische Steuerung kein Eingriff in künstlerische Inhalte ist, sondern die Voraussetzung dafür, dass diese sich optimal entfalten können.

Im Rahmen der Vernehmlassung wurde aber auch sichtbar, wie herausfordernd die operative Umsetzung einer neuen Aufbauorganisation an einer Hochschule der Künste ist – besonders bei einem hochgradig individualisierten und zugleich in sich verschränkten Angebot. Seit der Einführung des Major-Minor-Modells an der ZHdK leistet das administrativ-technische Personal Enormes: Der organisatorische, planerische und koordinative Aufwand hat ein hohes Niveau erreicht, und zentrale Fragen – von Prozessen bis zu Systemabhängigkeiten – sind noch nicht abschliessend beantwortet.

2025 hat uns damit auch an etwas Fundamentales erinnert: Strategische Hochschulentwicklung heisst nicht nur, zukunftsfähige Ideen zu entwerfen. Sie heisst auch, diese konsequent und präzise zu realisieren – mit Blick auf die grössten wie auch die allerkleinsten Stellhebel, bis hinein in die letzte operative Verzahnung. Nur so entfaltet Innovation ihre Wirkung im Alltag einer spartenübergreifenden Kunsthochschule wie der ZHdK.

Neue Zuordnungen, neue Chancen

Die neue Prorektoratsstruktur schafft nicht nur formale Klarheit, sondern auch strategische Synergiepotenziale:

  • Das Zurich Centre for Creative Economies (ZCCE) und der Bereich digitale Transformation werden künftig im Prorektorat Forschung und Innovation verankert. Damit rücken technologisch-kreative Felder und künstlerische Forschung enger zusammen.
  • Im Prorektorat Bildung finden zukünftig Nachhaltige Entwicklung, Digital Skills and Spaces sowie die Hochschuladministration ihren Platz. Ziel ist es, Bildungsunterstützung, Studierendenverwaltung und strategische Verantwortung stärker miteinander zu vernetzen – von Klimafragen über digitale Lernräume bis zur Transformation des Lehr- und Lernalltags.

Die Chance dieser neuen Ordnung besteht darin, dass operative und strategische Handlungslogiken nicht mehr konkurrieren, sondern ineinandergreifen und sich gegenseitig stärken.

Strategie als Bewegung – «Living Strategy» im Alltag

Ein besonderer Schwerpunkt 2025 war die konsequente Weiterführung des agilen Strategieprozesses «Living Strategy». Sichtbar wurde dieser Ansatz nicht nur in Leitungsdokumenten, sondern vor allem in Projekten, in der Gremienarbeit und in inhaltlichen Richtungsdiskussionen.

Die Hochschulleitung hat die Themen festgelegt, die in den kommenden Jahren priorisiert werden:

  • Zwei Innovationscluster an der Schnittstelle gesellschaftlicher und technologischer Entwicklung: «Art, Design, Technology & Society» sowie «Art, Design & Health» (beides Arbeitstitel)
  • Vermittlung als Kernaufgabe neben der künstlerischen Ausbildung
  • Die Offene Hochschule – lebenslanges Lernen als gelebte institutionelle Haltung
  • Generativität – sie steht für die Fähigkeit, ein eigenständiges künstlerisches Berufsleben zu gestalten: nachhaltig, selbstbestimmt und strukturell verankert.

Diese inhaltlichen Schwerpunkte werden uns über die kommenden Jahre weiter begleiten – in der Weiterentwicklung von Studienarchitektur, Forschungsmodellen und Kooperationen.

Und jetzt?

2026 wird das Jahr der Umsetzung. Die neuen Leitungsstrukturen gehen «live», die Themenfelder werden in Lehre und Forschung übersetzt, und die Living Strategy bleibt in Bewegung. Oder weniger trocken gesagt: Wir sind mittendrin. 

Ein neues Videoporträt zum DIZH-Projekt «Gestalte deine Stadt» gibt Einblicke in das im Rahmen des Projekts entwickelte Virtual-Reality-Erlebnis, das neue Formen der Partizipation in der Stadtentwicklung ermöglicht. Die Bevölkerung wird aktiv einbezogen, und Veränderungen in öffentlichen Räumen können für alle nachvollziehbar gemacht werden.

Weitere Informationen zu dem von ZHAW und ZHdK getragenen Projekt finden sich auf der ZHdK-Seite zur DIZH sowie auf der DIZH-Webseite.

Zur vollständigen Meldung
Gestalte deine Stadt. Ein Virtual Reality Erlebnis für nachhaltige urbane Räume
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